West Ham entlässt Nuno Espírito Santo – Scott Parker vor Rückkehr als Trainer
West Ham hat Trainer Nuno Espírito Santo entlassen, der Klub ist Achter der Championship. Scott Parker soll sich laut Berichten bereits geeinigt haben.
EZCO Redaktion··Lesezeit: 3 Min.

West Ham United hat Cheftrainer Nuno Espírito Santo nach 13 Spielen der ersten Championship-Saison seit dem Abstieg entlassen. Der Verein bestätigte die Trennung am Dienstagmorgen, dem 3. November: Eine gründliche Analyse des Saisonstarts habe die Klubführung überzeugt, dass ein Wechsel nötig sei, um die Ziele nicht zu gefährden. Nur wenige Stunden später berichteten mehrere verlässliche Medien, dass sich der frühere Hammers-Mittelfeldspieler Scott Parker mit dem Klub auf eine Nachfolge geeinigt habe.
Zwei Heimpleiten gaben den Ausschlag
Auslöser war eine schwarze Woche im London Stadium. West Ham verlor erst 2:3 gegen Southampton und am Samstag 1:3 gegen West Bromwich Albion – zwei Heimniederlagen in Folge für einen Kader, der für den direkten Wiederaufstieg zusammengestellt wurde. Nuno hatte nur zwei seiner letzten sechs Ligaspiele gewonnen, nachdem eine Serie von vier Siegen im September die Mannschaft kurzzeitig an die Tabellenspitze geführt hatte.
Der Portugiese hatte im September 2025 Graham Potter abgelöst und war geblieben, obwohl der Klub die Premier League im Mai nur auf Platz 18 beendet hatte. Laut Hayters müssen auch sein Assistent Rui Pedro Silva und Torwarttrainer Rui Barbosa gehen. Interimistisch übernimmt Vereinslegende Mark Noble, inzwischen Sportdirektor, gemeinsam mit Steve Potts und Gerard Prenderville.
So steht West Ham da
Mit sechs Siegen, vier Remis und drei Niederlagen hat West Ham 22 Punkte aus 13 Spielen und ist Achter – sechs Punkte hinter der Spitze und vier hinter den direkten Aufstiegsplätzen, bei einem Spiel weniger als die meisten Konkurrenten.
| Platz | Verein | Spiele | Punkte | Tordiff. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Middlesbrough | 13 | 28 | +13 |
| 2 | Birmingham City | 14 | 26 | +13 |
| 3 | Stoke City | 14 | 26 | +5 |
| 4 | Swansea City | 14 | 26 | +5 |
| 5 | West Bromwich Albion | 14 | 25 | +5 |
| 8 | West Ham United | 13 | 22 | – |
Top fünf der Championship nach den Dienstagsspielen (EZCO-Spieldaten); Platz und Punkte von West Ham laut Sky Sports.
Die nächsten Spiele folgen Schlag auf Schlag:
- Mittwoch, 4. November, 20:45 Uhr MEZ: Cardiff City – West Ham United
- Samstag, 7. November, 16:00 Uhr MEZ: Blackburn Rovers – West Ham United
- Samstag, 21. November, 16:00 Uhr MEZ: West Ham United – Preston North End, nach der Länderspielpause
Scott Parker: Einigung erzielt, aber noch nicht offiziell
Nach Angaben von David Ornstein (The Athletic) hat sich West Ham mit Parker geeinigt; Sky Sports News beschrieb die Gespräche als weit fortgeschritten, und Fabrizio Romano meldete, alle Bedingungen seien geklärt, der Vertrag aber noch nicht unterschrieben. Offiziell verkündet hat der Klub die Verpflichtung nicht. Man hoffte, ihn rechtzeitig zur Reise nach Cardiff an Bord zu haben – bis die Formalitäten erledigt sind, betreut jedoch das Interimsteam die Mannschaft.
Parker absolvierte zwischen 2007 und 2011 129 Pflichtspiele für West Ham und schaffte seither als Trainer dreimal den Aufstieg in die Premier League – mit Fulham, Bournemouth und Burnley. Burnley trennte sich im vergangenen April von ihm, als der Abstieg feststand.
Unsere Einschätzung
Der Zeitpunkt ist hart, aber folgerichtig. Nach Championship-Maßstäben steckt West Ham nicht in der Krise – vier Punkte Rückstand auf die direkten Aufstiegsränge nach 13 Spielen sind aufholbar. Doch die Führung sah den Trend klar in die falsche Richtung zeigen: zwei Heimniederlagen gegen direkte Konkurrenten und eine Mannschaft, die im Oktober schlechter aussah als im September. Parkers Vorzüge liegen auf der Hand. Er kennt die Liga, er hat genau diesen Job dreimal erledigt, und er kennt den Verein von innen.
Das Risiko ist ebenso deutlich: Seine Aufstiegsteams lebten von Kontrolle und defensiver Ordnung, während West Hams Kader noch von Premier-League-Verträgen und -Ansprüchen geprägt ist. Mit nur zwei Spielen bis zur Pause geht es in den ersten zwei Wochen eher um Stabilität als um einen Umbruch. Der echte Test beginnt am 21. November gegen Preston.
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